Behandlung

Behandlung

Die Behandlung von Eierstockkrebs erfordert eine ganzheitliche Therapie aus einer sehr umfangreichen Operation, einer anschließenden Chemotherapie und einer sehr guten und gründlichen Nachsorge. Supportive Therapien und eine psychotherapeutische Unterstützung sollen zudem zu einem erfolgreichen Behandlungsergebnis führen.

Die Operation

die Operation ist beim Eierstockkrebs die erste und wichtigste Behandlungssäule. Sie ist in vielerlei Hinsicht der kritische Meilenstein bei der Therapie der Erkrankung und sollte an einem spezialisierten Zentrum von erfahrenen Experten durchgeführt werden. Die Operation verfolgt drei Ziele:

— Sicherung und Umfang der Diagnose (durch histologische Analyse von Tumorgewebe)
— Feststellung der Tumorausbreitung
— Maximale Tumorreduktion bzw. -entfernung


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Behandlungsplan
… sollte Ihr behandelnder Gynäkologe in Zusammenarbeit mit Fachärzten unterschiedlicher Fachrichtungen ( Tumorkonferenz ) erstellen und gemeinsam mit Ihnen abstimmen.

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Postoperativer Tumorrest
… stellt den wichtigsten Prognosefaktor beim Eierstockkrebs dar, da eine möglichst vollständige Entfernung des betroffenen Tumorgewebes die beste Ausgangslage für die ggf. folgende medikamentöse Therapie bedeutet. Hier steht Blindtext ande Bar Lounge.

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Fertilitätserhaltende Operation
… bezeichnet die fortbestehende Option für eine Schwangerschaft, indem z. B. die Gebärmutter oder der nicht befallene Eierstock erhalten wird. Dies hängt vom Tumorstadium und dem Tumorbefall ab.

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Schmerzen
… können nach der Operation auftreten und auch nach längerer Zeit bestehen bleiben. Wichtig ist hier eine wirksame Schmerztherapie.

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Veränderungen des Hormonhaushaltes
… und damit verbundene Folgen wie Hitzewallungen
können bei Patientinnen vor der Menopause durch eine Hormonersatztherapie behandelt werden – und das ohne Nachteil für die Prognose. Sprechen Sie Ihre /n behandelnde /n Ärztin / Arzt auf Ihre Beschwerden an! 

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Künstlicher Darmausgan ( Stoma )
… ist in seltenen Fällen notwendig, um den Tumor vollständig zu entfernen. Meist ist dieser jedoch bei einer Operation vermeidbar oder nur vorübergehend notwendig.

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Beschwerden
… können je nach Operation auftreten. Bitte sprechen Sie Ihre Ärzte auf Ihre Beschwerden und Schmerzen an.

 

Fakten zur Histologie

Noch während der OP wird meist das Tumorgewebe histologisch untersucht. Dazu wird auffälliges Gewebe entnommen und noch während der Narkose im sogenannten Schnellschnitt unter dem Mikroskop durch den Pathologen untersucht. Das dient einerseits der Sicherung der Verdachtsdiagnose, andererseits gibt es einige feingewebliche Besonderheiten, die auf den weiteren OP-Verlauf Einfluss haben können.


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Histologie
… bezeichnet die feingewebliche Untersuchung des Tumorgewebes.

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Tumoreigenschaften
… hcharakterisieren die Beurteilung des Tumorgewebes nach Ausbreitung, Wachstumseigenschaften und Aggressivität.

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Staging
… beschreibt eine diagnostische Stadieneinteilung, die den Ausbreitungsgrad des Tumors sowie den Befall von Lymphknoten und anderen Organen ( Fernmetastasen ) beurteilt.

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Fortgeschrittener Eierstockkrebs
… wird bei drei von vier Ovarialkarzinomen im fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Das heißt, der Krebs hat bereits Metastasen im Oberbauch oder in seltenen Fällen auch Fernmetastasen gebildet. Im Allgemeinen werden die FIGO-Stadien III und IV als fortgeschrittene Stadien eingestuft. Auch im Stadium III und IV kann eine Heilung möglich sein.

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Grading
… bezeichnet die Beurteilung des Differenzierungsgrads von Tumorgewebe anhand einer feingeweblichen Untersuchung. Der Grad der Differenzierung beschreibt den Grad der Abweichung vom normalen Gewebebild. Das Ovarialkarzinom wird bspw. in ein „high grade-“ oder ein „low grade“-Karzinom klassifiziert.

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Low-Grade-Karzinom
… beschreibt einen Tumor, dessen Zellen vergleichsweise langsam wachsen und die eine hohe Ähnlichkeit mit dem Gewebe aufweisen, aus dem sie hervorgegangen sind ( „gut differenziert“ )

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High-Grade-Karzinom
… bedeutet, dass der Krebs mikroskopisch betrachtet als „gering differenziert“ eingestuft wird. Dieser Tumor hat nur noch geringe Ähnlichkeit mit dem Ursprungsgewebe. Er wächst schnell und aggressiv.

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Prognosefaktoren
… setzen sich zusammen aus Tumorstadium, Tumorrest nach der OP, Tumorgrading und feingeweblichem Typ sowie Alter und Allgemeinzustand.

Die Chemotherapie

Obwohl der Tumor nach einer umfassenden Operation entfernt wurde, ist die Chemotherapie die zweite wichtige Behandlungssäule für den Eierstock-, Eileiter- und Bauchfellkrebs. Damit können nicht sichtbare Tumorzellen, die möglicherweise Ausgangspunkt für ein Wiederaufkommen des Tumors sein können, zerstört werden. Eine Chemotherapie kann alleine oder in Verbindung mit einer sogenannten zielgerichteten Krebstherapie bei Patientinnen mit insgesamt guter Lebensqualität je nach Tumorstadium und Tumorcharakteristika bereits sinnvoll und wirksam sein.


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Wirkweise der Chemotherapie
… erfolgt durch die Hemmung der Zellteilung von Tumorzellen und somit des Tumorwachstums. Bösartige Zellen teilen sich sehr schnell – hier greifen die unterschiedlichen Substanzen, wie z. B. Zytostatika, ein, um den Zellteilungszyklus zu stören.
Auch gesunde Zellen, wie die Zellen der Mund- und Darmschleimhaut, teilen sich schnell und können daher ebenfalls von dem Effekt betroffen sein. So sind auch einige Nebenwirkungen wie Durchfall oder Haarausfall
zu erklären. 

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Eierstock-, Eileiter- und Bauchfellkrebs
… gehören im Allgemeinen zu den sensibelsten Tumoren gegenüber einer Chemotherapie.

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Nebenwirkungen
… entstehen, da die Wirkstoffe Auswirkungen auf alle Zellen haben, die sich schnell teilen. Neben Tumorzellen zählen dazu auch Haar-, Haut- oder auch Darm- und Blutzellen.

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Remission
… bezeichnet vorübergehende oder dauernde Abschwächung der Symptome chronischer Erkrankungen – so auch bei einer Krebserkrankung.

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Mögliche Nebenwirkungen
… – Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
– Verminderung der Blutzellbildung
– Blutarmut
– Haarverlust
– Entzündung der Mundschleimhaut
– Nervenschädigung / Taubheitsgefühl / Kribbelgefühl
Bitte berichten Sie Ihren Ärzten von allen Beschwerden, auch wenn diese auf den ersten Blick nicht mit Ihrer Therapie in Verbindung stehen..

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Der Beginn einer Chemotherapie
… gsollte innerhalb von vier bis acht Wochen nach der OP erfolgen. Der Beginn der Therapie hängt aber auch von der postoperativen Erholung ab.

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Die Anzahl von Chemotherapiezyklen
… ist aufgrund der Wirkungsverbesserung, besseren
Verträglichkeit und optimierten Behandlung von Nebenwirkungen größtenteils nicht immer begrenzt. In der Ersttherapie werden im Allgemeinen sechs Gaben alle drei Wochen verabreicht. Aufgrund von Nebenwirkungen können die Zyklen reduziert oder auf ein anderes Medikament umgestellt werden. Wenn mehrere Chemotherapiezyklen geplant sind, wird häufig das Legen eines Ports empfohlen.

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Eine systemische Therapie
… ist eine Behandlung mit Medikamenten, die im ganzen Körper wirken. Dies kann mit Hilfe einer Chemotherapie allein oder in Verbindung mit zielgerichteten Substanzen ( z. B. Antikörpern ) erfolgen. Die Therapie wird ergänzend zur Operation durchgeführt. „Systemisch“ bedeutet hier „über den ganzen Körper“ – dies kann je nach Medikament und Indikation in Form von Infusionen, aber auch über Tabletten oder Kapseln erreicht werden.