Neue Abschlussdaten: Immuntherapie mit Atezolizumab bringt keinen Zusatznutzen bei rezidivierendem Eierstockkrebs

Neue Abschlussdaten: Immuntherapie mit Atezolizumab bringt keinen Zusatznutzen bei rezidivierendem Eierstockkrebs

Im Dezember 2025 wurden die finalen Studienergebnisse der AGO-OVAR 2.29 (ENGOT-ov34) Studie veröffentlicht.

In dieser großen internationalen Phase-III-Studie wurde untersucht, ob die zusätzliche Gabe des Immuntherapie-Medikaments Atezolizumab zusammen mit Bevacizumab und einer nicht-platinbasierten Chemotherapie das Überleben von Patientinnen mit rezidivierendem Eierstockkrebs verlängern kann.
Diese Form des Krebses tritt wieder auf, obwohl eine platinbasierte Chemotherapie bereits gegeben wurde, und gilt als besonders schwer zu behandeln.

Insgesamt wurden 574 Patientinnen in der Studie randomisiert und erhielten entweder die Standardbehandlung (Chemotherapie + Bevacizumab + Placebo) oder zusätzlich Atezolizumab.

Was hat die Studie gezeigt?

➡️ Kein deutlicher Überlebensvorteil wurde durch die Zugabe von Atezolizumab gefunden:

  • Die mediane Gesamtüberlebenszeit (OS) lag mit Atezolizumab bei etwa 14,2 Monaten und in der Kontrollgruppe bei 13,0 Monaten – dieser Unterschied war nicht statistisch signifikant, also nicht klar genug, um von einem verlässlichen Vorteil zu sprechen.

  • Das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) – also die Zeit, in der der Tumor nicht wieder wächst – war mit Atezolizumab 6,4 Monate im Vergleich zu 6,7 Monaten in der Kontrollgruppe praktisch gleich und ebenfalls ohne statistisch gesicherten Vorteil.

💡 Das heißt: Die Immuntherapie mit Atezolizumab hat in dieser Studie nicht zu einer klar verbesserten Krankheitskontrolle oder Lebensverlängerung geführt, wenn sie zusätzlich zu Bevacizumab und Chemotherapie gegeben wurde.

Wie sieht es mit Nebenwirkungen aus?

Schwere Nebenwirkungen (Grad ≥ 3) traten bei Patientinnen, die Atezolizumab erhielten, etwas häufiger auf (72 % vs. 69 %), insgesamt war das Sicherheitsprofil aber vergleichbar mit dem, was bereits von den einzelnen Medikamenten bekannt ist.

Wurde ein Unterschied je nach PD-L1-Status beobachtet?

Die Studie untersuchte auch, ob Patientinnen mit PD-L1-positiven Tumoren (ein möglicher Hinweis auf ein besseres Ansprechen auf Immuntherapie) stärker von Atezolizumab profitieren. Das war nicht der Fall – die Ergebnisse waren ähnlich, egal ob der Tumor PD-L1-positiv oder -negativ war.

Wichtiger Beitrag zur Forschung
Auch wenn diese speziellen Ergebnisse negativ ausfallen, sind solche großen Studien wichtig, um genau zu verstehen, welche Therapien in welchen Situationen wirklich helfen – und wo wir noch neue Ansätze brauchen.

💡 Standards bleiben unverändert
Für Patientinnen mit platinresistentem Rezidiv bleiben derzeit die etablierten Behandlungswege, wie Chemotherapie mit Bevacizumab oder andere wirksame Kombinationen, der empfohlene Standard. Eine Immuntherapie wie Atezolizumab ist in diesem Setting aktuell nicht nachweislich wirksamer zusätzlich zur Standardbehandlung.

Quelle: Publikation vom ASCO (der Artikel ist auf Englisch)