NEWTON-Studie: Individuell angepasste Niraparib-Dosis kann Blutbildveränderungen reduzieren
Bei der Erhaltungstherapie mit dem PARP-Inhibitor Niraparib können Nebenwirkungen auftreten, insbesondere eine Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie). Die Phase-II-Studie NEWTON (ENGOT-ov49) untersuchte deshalb, ob eine an das Körpergewicht und die Anzahl der Blutplättchen angepasste Dosierung die Verträglichkeit verbessern kann.
In der Studie wurde die Anfangsdosis von Niraparib abhängig vom Körpergewicht und der Ausgangszahl der Blutplättchen festgelegt. Patientinnen mit einem geringeren Körpergewicht oder einer niedrigeren Blutplättchenzahl erhielten zunächst 200 mg täglich. Wenn in den ersten drei Behandlungszyklen keine relevanten Veränderungen des Blutbildes auftraten, konnte die Dosis ab dem vierten Zyklus auf 300 mg erhöht werden. Patientinnen mit höherem Körpergewicht und ausreichender Blutplättchenzahl starteten dagegen mit 300 mg täglich.
Das Ergebnis: Schwere Thrombozytopenien traten bei der individuell angepassten Dosierung deutlich seltener auf. In dem randomisierten Vergleich entwickelten 4,2 % der Patientinnen unter der angepassten Dosierung eine schwere Thrombozytopenie, verglichen mit 41,7 % unter der Standarddosis von 300 mg täglich. Gleichzeitig zeigte sich kein deutlicher Hinweis darauf, dass die niedrigere Anfangsdosis die Wirksamkeit der Behandlung vermindert. Das mediane progressionsfreie Überleben lag bei 10,3 Monaten unter der angepassten Dosierung und bei 11,7 Monaten unter der Standarddosierung.
Damit liefert die NEWTON-Studie Hinweise darauf, dass eine individuell angepasste Niraparib-Dosierung die Behandlung verträglicher machen kann, ohne dass dabei ein offensichtlicher Verlust der Wirksamkeit festgestellt wurde. Wichtig ist jedoch, dass die Studie mit insgesamt 83 Patientinnen relativ klein war und die Untersuchung vor allem auf die Sicherheit und nicht auf einen direkten Nachweis einer gleichwertigen Wirksamkeit ausgerichtet war. Die Ergebnisse müssen daher im Zusammenhang mit weiteren Daten bewertet werden.
Was bedeutet das für Patientinnen?
Die Ergebnisse zeigen, dass bei der Behandlung mit Niraparib eine individuelle Anpassung der Dosis sinnvoll sein kann. Körpergewicht und Blutplättchenzahl können dabei helfen, das Risiko für bestimmte Nebenwirkungen bereits zu Beginn der Behandlung einzuschätzen. Eine Dosierung sollte jedoch immer individuell durch das behandelnde Ärzteteam festgelegt und anhand der Blutwerte während der Therapie überprüft werden.
Quelle: Publikation (die Seite ist auf Englisch)