Autorenarchiv: Jessica Nguyen

NEWTON-Studie: Individuell angepasste Niraparib-Dosis kann Blutbildveränderungen reduzieren

NEWTON-Studie: Individuell angepasste Niraparib-Dosis kann Blutbildveränderungen reduzieren

Bei der Erhaltungstherapie mit dem PARP-Inhibitor Niraparib können Nebenwirkungen auftreten, insbesondere eine Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie). Die Phase-II-Studie NEWTON (ENGOT-ov49) untersuchte deshalb, ob eine an das Körpergewicht und die Anzahl der Blutplättchen angepasste Dosierung die Verträglichkeit verbessern kann.

In der Studie wurde die Anfangsdosis von Niraparib abhängig vom Körpergewicht und der Ausgangszahl der Blutplättchen festgelegt. Patientinnen mit einem geringeren Körpergewicht oder einer niedrigeren Blutplättchenzahl erhielten zunächst 200 mg täglich. Wenn in den ersten drei Behandlungszyklen keine relevanten Veränderungen des Blutbildes auftraten, konnte die Dosis ab dem vierten Zyklus auf 300 mg erhöht werden. Patientinnen mit höherem Körpergewicht und ausreichender Blutplättchenzahl starteten dagegen mit 300 mg täglich.

Das Ergebnis: Schwere Thrombozytopenien traten bei der individuell angepassten Dosierung deutlich seltener auf. In dem randomisierten Vergleich entwickelten 4,2 % der Patientinnen unter der angepassten Dosierung eine schwere Thrombozytopenie, verglichen mit 41,7 % unter der Standarddosis von 300 mg täglich. Gleichzeitig zeigte sich kein deutlicher Hinweis darauf, dass die niedrigere Anfangsdosis die Wirksamkeit der Behandlung vermindert. Das mediane progressionsfreie Überleben lag bei 10,3 Monaten unter der angepassten Dosierung und bei 11,7 Monaten unter der Standarddosierung.

Damit liefert die NEWTON-Studie Hinweise darauf, dass eine individuell angepasste Niraparib-Dosierung die Behandlung verträglicher machen kann, ohne dass dabei ein offensichtlicher Verlust der Wirksamkeit festgestellt wurde. Wichtig ist jedoch, dass die Studie mit insgesamt 83 Patientinnen relativ klein war und die Untersuchung vor allem auf die Sicherheit und nicht auf einen direkten Nachweis einer gleichwertigen Wirksamkeit ausgerichtet war. Die Ergebnisse müssen daher im Zusammenhang mit weiteren Daten bewertet werden.

Was bedeutet das für Patientinnen?
Die Ergebnisse zeigen, dass bei der Behandlung mit Niraparib eine individuelle Anpassung der Dosis sinnvoll sein kann. Körpergewicht und Blutplättchenzahl können dabei helfen, das Risiko für bestimmte Nebenwirkungen bereits zu Beginn der Behandlung einzuschätzen. Eine Dosierung sollte jedoch immer individuell durch das behandelnde Ärzteteam festgelegt und anhand der Blutwerte während der Therapie überprüft werden.

 

Quelle: Publikation (die Seite ist auf Englisch)

Expression XIX (19)

NOGGO S32 / Expression XIX (19) Studie

UMFRAGE ZUR NUTZUNG DIGITALER MEDIEN UND TELEMEDIZIN IN DER GYNÄKOLOGISCHEN VERSORGUNG

Digitale Medien und Telemedizin werden auch in der Medizin immer wichtiger. Doch wie nutzen Patientinnen digitale Angebote im Alltag und in ihrer medizinischen Versorgung? Welche Erfahrungen haben sie mit Telemedizin gemacht und welche Vorteile oder Bedenken sehen sie?
Die Umfrage Expression XIX untersucht, wie Patientinnen der Gynäkologie digitale Medien und telemedizinische Angebote nutzen und welchen Bedarf sie für die Zukunft sehen. Dabei soll insbesondere herausgefunden werden, ob die bestehenden Angebote den Bedürfnissen der Patientinnen entsprechen oder ob ein größerer Bedarf an telemedizinischer Versorgung besteht.

Was wird in der Umfrage untersucht?

Im Mittelpunkt der Umfrage steht der Umgang von Patientinnen mit digitalen Medien und Telemedizin. Unter Telemedizin versteht man beispielsweise medizinische Beratung oder Betreuung, die über digitale Medien wie Videoanrufe, Apps oder andere Online-Plattformen stattfindet und nicht unbedingt einen persönlichen Besuch in der Arztpraxis oder Klinik erfordert.

Die Umfrage erfasst zunächst, wie Patientinnen digitale Medien in ihrem Alltag nutzen und welchen Stellenwert sie beispielsweise bei der Suche nach Informationen über die eigene Erkrankung haben. Anschließend werden die bisherigen Erfahrungen mit Telemedizin untersucht. Dabei geht es unter anderem darum, welche Vorteile und Nachteile Patientinnen in der telemedizinischen Versorgung sehen und in welchen Situationen sie eine digitale Beratung gegenüber einem persönlichen Gespräch bevorzugen würden.

Außerdem soll untersucht werden, welche Sorgen oder Schwierigkeiten Patientinnen bei der Nutzung von Telemedizin haben. Dabei wird auch erfragt, ob eine Schulung oder Anleitung den Umgang mit digitalen medizinischen Angeboten erleichtern könnte.


Was ist das Ziel der Umfrage?

Ziel der Umfrage ist es, den aktuellen Wissensstand, die Nutzung und den Bedarf von Patientinnen im Hinblick auf digitale Medien und Telemedizin zu erfassen. Die Ergebnisse sollen zeigen, wo Patientinnen Vorteile in der Telemedizin sehen, welche Nachteile oder Bedenken bestehen und ob die derzeitigen telemedizinischen Angebote den tatsächlichen Bedürfnissen der Patientinnen entsprechen.

Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, die zukünftige Kommunikation zwischen Ärzt:innen und Patientinnen zu verbessern und die medizinische Betreuung im Krankheitsalltag stärker an den Bedürfnissen der Patientinnen auszurichten. Außerdem können die Ergebnisse eine Grundlage für zukünftige Schulungsangebote bilden, die Patientinnen den Umgang mit digitalen medizinischen Angeboten erleichtern und sie dabei unterstützen, sich stärker an Entscheidungen über ihre eigene Behandlung zu beteiligen.


Was ist der Ablauf der Umfrage?

Die Studie besteht aus einer einmaligen anonymen Befragung. Zu Beginn werden allgemeine Angaben zur Person und zur Erkrankung erfasst. Anschließend geht es um die Nutzung digitaler Medien im privaten und beruflichen Alltag sowie um die Suche nach Informationen zur eigenen Erkrankung, beispielsweise über soziale Medien.

Im weiteren Verlauf werden die bisherigen Erfahrungen mit Telemedizin erfragt. Die Teilnehmerinnen können angeben, welche Vorteile und Nachteile sie in der telemedizinischen Versorgung sehen und in welchen Situationen sie eine digitale Beratung gegenüber einem persönlichen Gespräch bevorzugen würden. Außerdem wird untersucht, welche Art von telemedizinischen Angeboten für die Patientinnen besonders interessant ist und welche Eigenschaften eine digitale Anwendung oder Plattform aus ihrer Sicht haben sollte.

Der Fragebogen ist in 6 Sprachen verfügbar – Arabisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Russisch und Türkisch.

Gibt es Risiken?

Die Expression 19 ist eine Umfragestudie und hat deswegen keine Teilnahmerisiken.

Teilnahmevoraussetzungen

An der Umfrage können Patientinnen ab 18 Jahren teilnehmen, die sich aufgrund einer gynäkologischen Erkrankung in einer Klinik oder Praxis in Behandlung befinden.

Wo kann ich an der Umfrage teilnehmen?

Die Teilnahme ist ab sofort online oder an den teilnehmenden Studienzentren möglich!

Diese Seite wurde aktualisiert am 23.07.2026

Neue Erkenntnisse vom ASCO 2026

Im Rahmen des NOGGO-Updates Gynäkologische Onkologie wurden die wichtigsten Studien zum diesjährigen ASCO-Kongress vorgestellt. Für Patientinnen mit fortgeschrittenem Eierstockkrebs standen vor allem die optimale Behandlungsstrategie sowie neue zielgerichtete und zellbasierte Therapien im Mittelpunkt.

Primäre Behandlung: Die Operation bleibt der wichtigste Baustein

Die Ergebnisse der TRUST-Studie bestätigen den bisherigen Behandlungsstandard. Untersucht wurde, ob Patientinnen, die zunächst nicht operiert werden können, von sechs statt drei Chemotherapiezyklen vor einer Operation profitieren.

Die Studie zeigte jedoch keinen Vorteil durch eine längere Chemotherapie vor dem Eingriff. Weder die Wahrscheinlichkeit einer vollständigen Tumorentfernung noch das progressionsfreie oder das Gesamtüberleben konnten dadurch verbessert werden.

Die Schlussfolgerung der Expertinnen und Experten lautet daher: Wenn nach drei Chemotherapiezyklen keine erfolgreiche Operation möglich erscheint, sollte der Schwerpunkt auf der medikamentösen Behandlung liegen. Eine erneute Operationsplanung nach sechs Zyklen brachte keinen zusätzlichen Nutzen.

Die aktuellen Leitlinien bleiben damit unverändert: Wenn eine vollständige Entfernung des Tumors mit vertretbarem Risiko möglich ist, sollte weiterhin eine Primäroperation, gefolgt von einer Systemtherapie, angestrebt werden.

Platinresistenter Eierstockkrebs: Hoffnung durch neue zielgerichtete Therapien

Vielversprechende Ergebnisse zeigte die NAPISTAR-1-01-Studie, in der das neue Antikörper-Wirkstoff-Konjugat TUB-040 untersucht wurde. Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADCs) erkennen gezielt Krebszellen und transportieren ein Zellgift direkt in die Tumorzellen.

Obwohl es sich noch um eine frühe Phase-1-Studie handelt, lag das progressionsfreie Überleben bei rund 11 Monaten, ein ermutigendes Ergebnis für Patientinnen mit platinresistentem Eierstockkrebs, bei denen die bisherigen Behandlungsmöglichkeiten oft nur deutlich kürzere Krankheitskontrollen ermöglichen. Besonders positiv war außerdem, dass keine Augentoxizitäten beobachtet wurden, die bei anderen ADC-Therapien häufiger auftreten können.

Neue Immuntherapie: T-Zell-Therapie zeigt erste Erfolge

Eine weitere Phase-1-Studie untersuchte die T-Zell-Therapie IMA203CD8 bei Patientinnen mit weit fortgeschrittenem Eierstockkrebs, die bereits mehrere Therapien erhalten hatten.

Bei dieser Behandlungsform werden körpereigene Immunzellen gezielt darauf vorbereitet, ein bestimmtes Protein auf den Tumorzellen (PRAME) zu erkennen und anzugreifen.

Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend: Bei 78 % der Patientinnen verkleinerte sich der Tumor, und bei 63 % wurde ein objektives Ansprechen der Therapie beobachtet. Zudem hielten viele der erzielten Therapieerfolge über längere Zeit an, die bislang längste beobachtete vollständige Stoffwechselremission bestand auch zwölf Monate nach der Behandlung noch. Die Therapie wurde insgesamt gut vertragen.

Da es sich auch hierbei um eine frühe klinische Studie handelt, sind weitere Untersuchungen notwendig, bevor diese Behandlung im klinischen Alltag eingesetzt werden kann.

Kurzfassungen der vorgestellten Studien sind direkt auf der Seite vom ASCO zu finden (die Seite ist auf Englisch).

In den kommenden Tagen findet ihr aber auch kurze Videos zu den Highlights des ASCO auf unseren Social Media Kanälen!

FRAmework-01 Studie

FRAmework-01 STUDIE

THERAPIESTUDIE ZUR BEWERTUNG DER WIRKSAMKEIT UND SICHERHEIT DES NEUEN MEDIKAMENTS SOFETABART MIPITECAN BEI PATIENT:INNEN MIT HIGH-GRADE EIERSTOCKKREBS

Die FRAmework-01 ist eine offene, randomisierte (zufällige Zuteilung zu einem Behandlungsarm), internationale Phase-III-Studie. In der Studie wird das neue Medikament Sofetabart Mipitecan (Sofe-M) mit den derzeitigen Standardbehandlungen bei Patientinnen mit Eierstockkrebs, Eileiterkrebs oder primärem Bauchfellkrebs verglichen. Die Studie umfasst drei Teilstudien und richtet sich sowohl an Patientinnen mit platinresistentem als auch mit platinsensitivem Krankheitsrückfall (Rezidiv).

Teilnahme:

Weitere Informationen zur Studie und Zentren, an denen eine Teilnahme möglich ist sind auf der Studienhomepage zu finden: https://trials.lilly.com/en-US/trial/660615

PYNNACLE-Studie

PYNNACLE-STUDIE

THERAPIESTUDIE ZUR BEWERTUNG DER WIRKSAMKEIT UND SICHERHEIT DES NEUEN WIRKSTOFFS REZATAPOPT BEI PATIENT:INNEN MIT LOKAL FORTGESCHRITTENEN ODER METASTASIERTEN SOLIDEN TUMOREN

Die PYNNACLE-Studie ist eine klinische Phase-1/2-Studie, in der ein neues Medikament namens Rezatapopt untersucht wird. Die Studie richtet sich an Patient:innen mit verschiedenen fortgeschrittenen oder metastasierten Krebsarten (z. B. Eierstock-, Brust-, Lungen- oder Endometriumkrebs), deren Tumor eine bestimmte genetische Veränderung aufweist, die sogenannte TP53-Y220C-Mutation. Ziel ist es, herauszufinden, wie sicher und wirksam Rezatapopt ist und welche Dosis am besten geeignet ist.

Teilnahme:

Weitere Informationen zur Studie und Zentren, an denen eine Teilnahme möglich ist sind auf der Studienhomepage zu finden: https://www.pynnaclestudy.com/

FDA erteilt Zulassung für Relacorilant bei platinresistentem Eierstockkrebs

FDA erteilt Zulassung für Relacorilant bei platinresistentem Eierstockkrebs

Für Patientinnen mit platinresistentem Eierstockkrebs gibt es wichtige Neuigkeiten aus den USA: Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat am 25. März 2026 die Kombination aus Relacorilant und der Chemotherapie nab-Paclitaxel zugelassen. Die Zulassung gilt für Patientinnen mit platinresistentem epithelialem Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primärem Peritonealkarzinom, die bereits ein bis drei Vortherapien erhalten haben und zuvor mit Bevacizumab behandelt wurden.

Grundlage der Zulassung sind die Ergebnisse der Phase-III-Studie ROSELLA, über die wir bereits berichtet hatten. In der Studie konnte die Kombinationstherapie sowohl das Risiko eines Fortschreitens der Erkrankung als auch das Sterberisiko signifikant senken. Das durchschnittliche Überleben ohne Krankheitsfortschritt verbesserte sich von 5,5 auf 6,5 Monate. Besonders bemerkenswert war der Vorteil beim Gesamtüberleben: Patientinnen, die Relacorilant zusätzlich zur Chemotherapie erhielten, lebten im Durchschnitt 16,0 Monate, verglichen mit 11,9 Monaten unter der alleinigen Chemotherapie.

Die FDA bewertete die Daten so positiv, dass die Zulassung bereits rund dreieinhalb Monate vor dem ursprünglich vorgesehenen Entscheidungstermin erteilt wurde.

Relacorilant gehört zu einer neuen Wirkstoffklasse und beeinflusst die Wirkung des Stresshormons Cortisol an dessen Rezeptor. Dadurch soll die Empfindlichkeit der Tumorzellen gegenüber der Chemotherapie verbessert werden. In der ROSELLA-Studie zeigte sich dabei kein wesentlicher Anstieg schwerer Nebenwirkungen im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie.

Was bedeutet das für Patientinnen in Deutschland?

Die FDA-Zulassung gilt zunächst nur für die USA. Für Europa läuft derzeit noch die Prüfung durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA). Dort wurde die Zulassung von dem Arzneimittelhersteller Corcept Ende 2025 eingereicht. Sollte auch die EMA eine Zulassung erteilen, könnte Relacorilant künftig eine neue Behandlungsoption für Patientinnen mit platinresistentem Eierstockkrebs werden.

Besonders interessant ist, dass die Wirksamkeit von Relacorilant nicht von einem bestimmten Biomarker abhängig war. Das bedeutet, dass potenziell viele Patientinnen von dieser Therapie profitieren könnten, ohne dass zuvor spezielle molekulare Tests erforderlich sind.

Die Zulassung in den USA stellt einen wichtigen Meilenstein dar und bestätigt die positiven Ergebnisse der ROSELLA-Studie. Nun bleibt abzuwarten, wann die europäische Zulassungsentscheidung folgt.

Quelle: FDA Beitrag (der Artikel ist auf Englisch)

TUBA-WISP-II (Präventionsstudie)

TUBA-WISP-II Studie

INTERNATIONALE STUDIE ZUR PRÄVENTIVEN, OPERATIVEN ENTFERNUNG DER EILEITER UND EIERSTÖCKE BEI FRAUEN MIT BRCA-MUTATION ZUR REDUKTION DES RISIKOS FÜR EIERSTOCKKREBS

Die TUBA-WISP II ist eine internationale Studie zur Untersuchung einer neuen Möglichkeit der Vorbeugung von Eierstockkrebs bei Frauen mit einer erblichen Genveränderung, die das Risiko für Eierstockkrebs erhöht (z. B. BRCA1- oder BRCA2-Mutation). Dabei wird verglichen, ob zunächst nur die Eileiter entfernt und die Eierstöcke erst einige Jahre später entfernt werden können, ohne das Krebsrisiko deutlich zu erhöhen. Ziel ist es, die Folgen der vorzeitigen Wechseljahre möglichst hinauszuzögern und gleichzeitig weiterhin einen guten Schutz vor Eierstockkrebs zu bieten.

Was wird in dieser Studie untersucht?

Frauen mit Veränderungen in bestimmten Genen wie z. B. BRCA1 oder BRCA2 (BReast CAncer 1/ 2) haben ein deutlich erhöhtes Risiko, im Laufe ihres Lebens an Eierstockkrebs zu erkranken. BRCA1 und BRCA2 sind Gene, die normalerweise dabei helfen, Schäden im Erbgut zu reparieren. Veränderungen (Mutationen) in diesen Genen können das Risiko für Brust- und Eierstockkrebs erhöhen. Deshalb wird aktuell häufig eine vorbeugende Operation empfohlen, bei der sowohl die Eileiter als auch die Eierstöcke entfernt werden. Diese Operation wird als risikoreduzierende Salpingo-Oophorektomie bezeichnet.

Diese Behandlung senkt das Risiko für Eierstockkrebs wirksam, führt jedoch bei jüngeren Frauen sofort zu den Wechseljahren. Dadurch können Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, sexuelle Beschwerden oder langfristige Auswirkungen auf Knochen, Herz-Kreislauf-System und Lebensqualität auftreten.

Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse deuten darauf hin, dass viele aggressive Formen des Eierstockkrebses möglicherweise ursprünglich im äußeren Bereich der Eileiter entstehen. Deshalb wird untersucht, ob zunächst nur die Eileiter entfernt werden können und die Eierstöcke erst einige Jahre später folgen.

Neben Frauen mit BRCA1- oder BRCA2-Mutation können auch Frauen mit anderen genetischen Veränderungen teilnehmen, die mit einem erhöhten Risiko für Eierstockkrebs verbunden sind, beispielsweise BRIP1, RAD51C, RAD51D oder PALB2.

Was ist das Ziel der Studie?

Das Hauptziel der Studie ist es zu untersuchen, ob die zweizeitige Operationsmethode genauso sicher vor Eierstockkrebs schützt wie die bisherige Standardoperation.

Zusätzlich soll geprüft werden, ob sich die Lebensqualität verbessert, ob die Beschwerden der vorzeitigen Wechseljahre reduziert werden können und welche langfristigen Auswirkungen die neue Strategie auf die Gesundheit der Patientinnen hat. Die Forscher:innen möchten so herausfinden, ob die verzögerte Entfernung der Eierstöcke eine sichere Alternative zur bisherigen Standardbehandlung sein kann.

Wie ist der Ablauf der Studie?

Frauen, die an der Studie teilnehmen, erhalten entweder die bisherige Standardbehandlung oder die neue zweizeitige Operationsstrategie.

Bei der neuen Methode werden zunächst nur die Eileiter entfernt. Die Entfernung der Eierstöcke erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt:

  • bei BRCA1-Mutationen meist zwischen dem 40. und 45. Lebensjahr
  • bei BRCA2-Mutationen meist zwischen dem 45. und 50. Lebensjahr

Die Eingriffe erfolgen als Bauchspiegelung (Laparoskopie). Bei der zweizeitigen Strategie sind daher zwei Operationen notwendig.

Im Rahmen der Studie werden außerdem regelmäßig Fragebögen ausgefüllt und medizinische Daten dokumentiert, um die langfristigen Auswirkungen auf Gesundheit und Lebensqualität zu untersuchen. Die Patientinnen werden über viele Jahre begleitet, damit bewertet werden kann, wie sicher die neue Methode im Vergleich zur bisherigen Standardbehandlung ist.

Gibt es Risiken?

Über mögliche Risiken bzw. Nebenwirkungen, die mit der Teilnahme verbunden sind, werden Sie im Rahmen eines Aufklärungsgesprächs informiert.

Teilnahmevoraussetzungen

An dieser Studie können Frauen im Alter ab 25 Jahren, die noch vor der Menopause sind teilnehmen, mit:

  • Klasse 4 oder Klasse 6  BRCA1-, BRCA2-, BRIP1-, RAD51C-, RAD51D- oder PALB2-Keimbahnmutation
  • Altersbegrenzung:
  • BRCA1 Mutation: bis 40 Jahre
  • BRCA2 Mutation: bis 45 Jahre
  • BRIP1, RAD51C, RAD51D, PALB2 Mutation: bis 50 Jahre
  • Abgeschlossener Familienplanung
  • Mindestens einem vorhandenen Eileiter

Darüber hinaus gibt es aber auch noch weitere Kriterien, die für eine Teilnahme an der Studie erfüllt sein müssen. Interessierte Patientinnen sollten mit den Prüfärzt:innen an einem Studienzentrum sprechen, welche prüfen können, ob diese Studie für sie in Frage kommt.

Wo kann ich an der Studie teilnehmen?

Weitere Informationen zur Studie und zur Teilnahem finden Sie hier: Studienhomepage

Diese Studie wird durchgeführt und unterstützt von:

Erste Ergebnisse der NAPISTAR 1-01 Studie

Neue zielgerichtete Therapie beim platinresistenten Eierstockkrebs untersucht

Beim ESGO 2026 wurden die ersten Ergebnisse einer frühen klinischen Studie zu einem neuen Medikament namens TUB-040 bei Patientinnen mit platinresistentem Eierstockkrebs untersucht. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC) – eine zielgerichtete Therapie, die Krebszellen gezielt erkennt und ein starkes Zellgift direkt zu ihnen transportiert.

TUB-040 ist ein ADC der gegen ein Protein namens NaPi2b (Natrium-abhängiges Phosphat-Transportprotein 2B) gerichtet ist. NaPi2b ist ein Transporter, der Phosphat in Geweben wie Lunge und Darm reguliert und das bei hochgradig serösem Eierstockkrebs und nicht-kleinzelligem Lungenkrebs überdurchschnittlich häufig an der Zelloberfläche auftritt.

Worum ging es in der Studie?

Die NAPISTAR 1-01-Studie ist eine frühe Phase-1/2a-Studie, in der vor allem geprüft wird,

  • wie gut ein neues Medikament vertragen wird und

  • welche Dosierung geeignet ist.

Insgesamt wurden 67 Patientinnen mit platinresistentem hochgradig serösem Eierstockkrebs behandelt. Viele von ihnen hatten bereits mehrere Therapien erhalten, im Durchschnitt vier vorherige Behandlungen, darunter häufig Bevacizumab oder PARP-Inhibitoren.

Welche Ergebnisse wurden beobachtet?

Die Ergebnisse sind für eine frühe Studie sehr vielversprechend:

  • Eine bestätigte Tumorverkleinerung wurde bei 50 % der Patientinnen festgestellt.

  • Insgesamt konnte die Erkrankung bei 96 % der Patientinnen zumindest stabilisiert werden.

Zudem hielten viele der beobachteten Therapieantworten zum Zeitpunkt der Auswertung noch an, die Endergebnisse sind also noch ausstehend.

Nebenwirkungen

Die Behandlung wurde insgesamt gut vertragen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählten Übelkeit, Müdigkeit und Veränderungen der Blutwerte. Schwere Nebenwirkungen waren relativ selten. Wichtig ist auch, dass keine schweren Probleme wie Lungenentzündung, Nervenschäden oder Augenprobleme beobachtet wurden.

Was bedeutet das für Patientinnen?

Die Ergebnisse zeigen, dass TUB-040 eine mögliche neue Therapieoption für Patientinnen mit platinresistentem Eierstockkrebs sein könnte, besonders für diejenigen, bei denen bereits mehrere Behandlungen nicht mehr wirken.

Allerdings handelt es sich noch um eine frühe Phase-1/2-Studie. Das Medikament muss deshalb noch in größeren Studien untersucht werden, bevor entschieden werden kann, ob es künftig regulär eingesetzt wird.

Quelle: Publikation (der Artikel ist auf Englisch)

Positive Studienergebnisse in der DUO-O Studie!

Neue Kombinationsbehandlung beim fortgeschrittenen Eierstockkrebs untersucht

Die internationale Phase-3-Studie (DUO-O) hat untersucht, ob eine Kombination aus Immuntherapie, Chemotherapie, zielgerichteter Therapie und Erhaltungstherapie das Fortschreiten von neu diagnostiziertem fortgeschrittenem Eierstockkrebs verzögern kann.

An der Studie nahmen über 1.100 Patientinnen teil, deren Tumor keine BRCA-Mutation aufwies. Alle erhielten zunächst die Standardbehandlung mit Carboplatin und Paclitaxel, häufig kombiniert mit dem Antikörper Bevacizumab. Anschließend wurden verschiedene zusätzliche Therapiekombinationen getestet.

Wichtigstes Ergebnis der Studie

Die Kombination aus Durvalumab (Immuntherapie) + Chemotherapie + Bevacizumab, gefolgt von einer Erhaltungstherapie mit Durvalumab, Bevacizumab und dem PARP-Inhibitor Olaparib, konnte das Fortschreiten der Erkrankung deutlich hinauszögern.

  • Bei allen Patientinnen ohne BRCA-Mutation blieb die Erkrankung im Durchschnitt 24,2 Monate stabil, verglichen mit 19,3 Monaten unter der bisherigen Standardbehandlung.

  • Besonders deutlich war der Effekt bei Patientinnen mit einer sogenannten HRD-positiven Tumorbiologie: Hier lag die Zeit bis zum Fortschreiten bei über drei Jahren.

Die Behandlung mit Durvalumab allein zusätzlich zur Standardtherapie zeigte dagegen keinen klaren Vorteil.

Überleben noch unklar

Ob diese Kombination auch das Gesamtüberleben verlängert, ist derzeit noch nicht sicher. In den bisherigen Auswertungen konnte noch kein eindeutiger Überlebensvorteil gezeigt werden, dafür sind längere Nachbeobachtungszeiten nötig.

Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen entsprachen im Wesentlichen denen der einzelnen Medikamente und waren insgesamt vergleichbar mit bisherigen Erfahrungen.

Was bedeutet das für Patientinnen?

Die Studie zeigt, dass eine Kombination aus Immuntherapie und PARP-Inhibitor in der Erstbehandlung des fortgeschrittenen Eierstockkrebses das Fortschreiten der Krankheit möglicherweise deutlich länger hinauszögern kann, besonders bei bestimmten Tumorbiologien.

Ob diese Therapie künftig Standard in der Erstlinie wird, hängt jedoch von weiteren Auswertungen und Zulassungsentscheidungen ab.

Quelle: Publikation (der Artikel ist auf Englisch)

Найцікавіше з ESGO 2026 та новий дозвіл!

Ми були на ESGO в Копенгагені і бачили презентацію результатів дослідження, яке в лютому отримало схвалення FDA!

Кейтруда + паклітаксел як новий варіант лікування платинорезистентного раку яєчників

10 лютого 2026 року Управління з контролю за продуктами і ліками США (FDA ) схвалило нову комбінацію імунотерапевтичного препарату пембролізумаб (Keytruda ) та хіміотерапії паклітакселом (незалежно від паралельного лікування бевацизумабом) для дорослих пацієнтів з платинорезистентним епітеліальним раком яєчників, раком маткових труб або первинним раком очеревини, пухлини яких є PD-L1-позитивними і які вже отримали одну або дві системні терапії.

Дозвіл було надано на основі остаточних результатів міжнародної фази 3 дослідження ENGOT-ov65 / KEYNOTE-B96.

Про що було дослідження?

У дослідженні KEYNOTE-B96 було рандомізовано 643 пацієнти, пухлина яких продовжувала рости після попередньої хіміотерапії препаратами платини. Всі вони отримували паклітаксел і, за бажанням, бевацизумаб; крім того, половина з них отримувала пембролізумаб, а інша половина – плацебо.

Важливі результати у пацієнтів з PD-L1-позитивними пухлинами:

  • Виживаність без прогресування (ВБП ), тобто час до наступного поширення хвороби, становила 8,3 місяця з пембролізумабом проти 7,2 місяця без пембролізумабу. Це означає, що за допомогою цієї комбінації хворобу можна було зупинити на довший час.

  • Загальна виживаність (ЗВ) також була кращою: в середньому 18,2 місяця з пембролізумабом проти 14,0 місяця без нього, що свідчить про значну перевагу виживання.

Ці відмінності були статистично значущими, тобто не пояснюються випадковими коливаннями, і показують, що імунотерапія на додаток до хіміотерапії може як затримати прогресування, так і продовжити життя.

Тест на PD-L1 як обов’язкова умова

Схвалення стосується лише пацієнтів, чиї пухлини є PD-L1-позитивними, тобто мають певні імунні маркери. FDA також визнало супутній тест на PD-L1 ( PD-L1 IHC 22C3 pharmDx ) основою для відбору пацієнтів, які можуть отримати користь від цієї терапії.

! Безпека та побічні ефекти

Частота побічних ефектів комбінації була порівнянною з попереднім досвідом застосування цих препаратів і не виявила жодних неочікуваних проблем з безпекою. Однак можуть виникати реакції, пов’язані з імунітетом, інфузійні реакції та інші типові ефекти, тому важливим є ретельний медичний нагляд.


Що це означає для пацієнтів у Німеччині?

✔️ Новий метод лікування
Цей дозвіл FDA знаменує собою важливий крок: вперше комбінація імунотерапії для лікування PD-L1-позитивного, резистентного до платини раку яєчників була офіційно схвалена, оскільки є достовірні дані, що свідчать про довше виживання та кращий контроль захворювання.

✔️ Тест на PD-L1 важливий
Умовою застосування є позитивний статус PD-L1, який повинен бути визначений до початку терапії, як і при інших видах імунотерапії.

✔️ Ще не схвалено в Європі
Цей метод лікування ще не є офіційно схваленим в Європі, включаючи Німеччину, але дані були представлені там, і процес схвалення в EMA триває. Це означає, що пацієнти ще не можуть регулярно отримувати цей варіант лікування, але цілком можливо, що він стане доступним в Європі в осяжному майбутньому.

✔️ Значення для лікування
Зокрема, для пацієнтів з PD-L1-позитивними, резистентними до платини пухлинами ця комбінація може стати важливим додатковим варіантом лікування в майбутньому, особливо якщо стандартні методи лікування стануть неефективними.

Джерело: повідомлення FDA (стаття англійською мовою)