Kategoriearchiv: Studien

Rezatapopt: Neue zielgerichtete Therapie bei Eierstock- und Gebärmutterkörperkrebs untersucht

Neue zielgerichtete Therapie bei Eierstock- und Gebärmutterkörperkrebs untersucht

Beim International Gynecologic Cancer Society (IGCS) Kongress in Montreal Anfang Oktober wurden neue Ergebnisse der laufenden Phase-II-Studie PYNNACLE zu Rezatapopt vorgestellt. Dabei handelt es sich um einen neuen Wirkstoff, der gezielt bei Tumoren mit einer bestimmten Veränderung im TP53-Gen, der sogenannten TP53-Y220C-Mutation, eingesetzt wird. Die vorgestellten Ergebnisse stammen aus einer Zwischenanalyse.

Wie funktioniert Rezatapopt?

Das TP53-Gen enthält den Bauplan für das Protein p53, das normalerweise dabei hilft, geschädigte Zellen zu erkennen und ihre weitere Vermehrung zu verhindern. Bei der TP53-Y220C-Mutation ist die Struktur dieses Proteins verändert und seine normale Funktion beeinträchtigt. Rezatapopt bindet gezielt an die veränderte Stelle des p53-Proteins und stabilisiert es wieder. Dadurch soll die ursprüngliche Funktion von p53 möglichst weitgehend wiederhergestellt werden. Der Wirkstoff gehört damit zu den sogenannten p53-Reaktivatoren.

Die PYNNACLE-Studie untersucht Rezatapopt als alleinige Behandlung bei Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen, deren Tumor diese spezielle TP53-Y220C-Mutation aufweist. In der Studie werden verschiedene Krebsarten in eigenen Gruppen untersucht. Für gynäkologische Krebserkrankungen gibt es unter anderem eine Gruppe für Eierstock- und eine für Endometriumkrebs. Die behandelten Patientinnen waren teilweise bereits mehrfach mit anderen Therapien behandelt worden.

Welche Ergebnisse wurden bei gynäkologischen Tumoren beobachtet?

In der Auswertung wurden 76 Patientinnen mit fortgeschrittenem Eierstockkrebs behandelt. Sie hatten im Durchschnitt bereits vier verschiedene systemische Therapien erhalten. Bei einem großen Teil der Patientinnen zeigte sich dennoch ein Ansprechen auf Rezatapopt.

Von den 72 Patientinnen, bei denen die Wirksamkeit ausgewertet werden konnte, erreichten 44,4 % eine objektive Tumorverkleinerung. Das bedeutet, dass sich der Tumor bei etwa vier von zehn Patientinnen unter der Behandlung messbar verkleinerte. Bei einem noch größeren Anteil konnte die Erkrankung zumindest unter Kontrolle gehalten werden, das heißt, der Tumor verkleinerte sich oder blieb über einen bestimmten Zeitraum stabil. Die Ergebnisse waren dabei auch bei Patientinnen vielversprechend, die bereits gegenüber anderen Therapien wie Bevacizumab oder PARP-Inhibitoren behandelt worden waren. Bei Patientinnen mit vorheriger PARP-Inhibitor-Therapie lag die objektive Ansprechrate beispielsweise bei 52,6 %.

Auch bei Patientinnen mit FRα-positiven und FRα-negativen Tumoren wurden Ansprechraten beobachtet. Damit deuten die bisherigen Ergebnisse darauf hin, dass die Wirksamkeit von Rezatapopt nicht von einer bestimmten Ausprägung des Folatrezeptors α abhängig ist.

Auch bei den neun ausgewerteten Patientinnen mit Endometriumkrebs wurden vielversprechende Ergebnisse beobachtet. Hier lag die objektive Ansprechrate bei 55,6 %. Aufgrund der sehr kleinen Zahl an Patientinnen sind diese Ergebnisse allerdings noch mit großer Vorsicht zu interpretieren.

Wie gut wurde die Behandlung vertragen?

Auch hinsichtlich der Verträglichkeit zeigten sich in der bisherigen Auswertung überwiegend gut kontrollierbare Nebenwirkungen. Die häufigsten behandlungsbedingten Nebenwirkungen waren Übelkeit, Müdigkeit und ein Anstieg des Kreatininwertes im Blut. Die meisten Nebenwirkungen waren leicht bis mittelgradig und vorübergehend. Bei sieben von 141 insgesamt ausgewerteten Patient:innen musste die Behandlung aufgrund von Nebenwirkungen beendet werden.

Was bedeuten die Ergebnisse?

Die bisherigen Ergebnisse sind insbesondere deshalb interessant, weil Rezatapopt gezielt eine bestimmte Veränderung des p53-Proteins angreift und auch bei stark vorbehandelten Patientinnen deutliche Tumorverkleinerungen beobachtet wurden. Damit könnte dieser Ansatz zukünftig eine neue Behandlungsmöglichkeit für Patientinnen mit einer TP53-Y220C-Mutation darstellen.

Allerdings handelt es sich weiterhin um ein Prüfmedikament. Rezatapopt ist derzeit weder in Europa noch in den USA für die Behandlung von Krebs zugelassen. Die PYNNACLE-Studie läuft noch, sodass weitere Daten benötigt werden, um die Wirksamkeit und Sicherheit der Behandlung besser beurteilen zu können. Entscheidend wird insbesondere sein, ob sich die bisher beobachteten Tumorverkleinerungen in größeren Patientengruppen bestätigen und langfristig zu einer Verlängerung der krankheitsfreien beziehungsweise Gesamtüberlebenszeit führen.

 

Quelle: Vortrag beim IGCS am 2. Oktober 2026

ENGOT-OV96 / RAINFOL-04

ENGOT-OV96 / RAINFOL-04

THERAPIESTUDIE ZUM VERGLEICH VON RINATABART SESUTECAN (RINA-S) MIT EINER STANDARDTHERAPIE BEI PATIENTINNEN MIT PLATINSENSITIVEM EIERSTOCKKREBS NACH WIEDERAUFTRETEN DER ERKRANKUNG

Die RAINFOL-04-Studie ist eine unverblindete, randomisierte (zufällige Zuteilung zu einem Behandlungsarm) Phase-3-Studie. In der Studie wird untersucht, ob das neue Studienmedikament Rinatabart Sesutecan (Rina-S) mit oder ohne Bevacizumab als Erhaltungstherapie nach einer erfolgreichen zweiten platinhaltigen Chemotherapie dazu beitragen kann, das Fortschreiten der Erkrankung hinauszuzögern. Die Studie richtet sich an Patientinnen mit wieder aufgetretenem, platinsensitivem Eierstock-, Eileiter- oder Bauchfellkrebs, deren Erkrankung auf eine zweite platinbasierte Chemotherapie angesprochen hat. Rina-S wird dabei mit einer Bevacizumab-Erhaltungstherapie oder einer alleinigen Beobachtung verglichen.

Was wird in dieser Studie untersucht?

Wenn Eierstockkrebs nach einer ersten platinhaltigen Behandlung wieder auftritt, kann eine erneute Behandlung mit einer platinbasierten Chemotherapie infrage kommen. Voraussetzung dafür ist, dass die Erkrankung auf die erste Behandlung angesprochen hat und für einen bestimmten Zeitraum unter Kontrolle geblieben ist. Diese Erkrankungssituation wird als platinsensitives Rezidiv bezeichnet.

Nach einer erfolgreichen erneuten platinhaltigen Chemotherapie kann eine sogenannte Erhaltungstherapie eingesetzt werden. Sie soll dazu beitragen, die Erkrankung möglichst lange unter Kontrolle zu halten und ein erneutes Fortschreiten hinauszuzögern. Eine Möglichkeit ist die Behandlung mit Bevacizumab, einem Medikament, das die Bildung neuer Blutgefäße im Tumor hemmt. Je nach Situation kann auch auf eine weitere medikamentöse Behandlung verzichtet und die Erkrankung zunächst engmaschig beobachtet werden.

Diese Studie untersucht die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Rinatabart Sesutecan (Rina-S) als Erhaltungstherapie im platinsensitiven Rezidiv. Rina-S ist ein sogenanntes Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC). Dabei handelt es sich um eine Kombination aus einem Antikörper und einem Krebsmedikament. Der Antikörper erkennt gezielt den sogenannten Folat-Rezeptor alpha (FRα) auf der Oberfläche von Tumorzellen und bindet daran. Anschließend wird das gebundene Medikament in die Krebszelle aufgenommen und dort freigesetzt, um die Tumorzelle möglichst gezielt zu zerstören und das weitere Wachstum des Tumors zu verhindern. Dadurch sollen gesunde Zellen weitgehend geschont werden.

Was ist das Ziel der Studie?

Das Hauptziel der Studie ist es herauszufinden, ob Rina-S als Erhaltungstherapie, allein oder in Kombination mit Bevacizumab, das Fortschreiten oder Wiederauftreten der Erkrankung länger hinauszögern kann als eine Standard-Erhaltungstherapie mit Bevacizumab oder eine alleinige Beobachtung. Zusätzlich werden das Gesamtüberleben, die Sicherheit und Verträglichkeit der Behandlung sowie die Lebensqualität der Patientinnen untersucht.

Wie ist der Ablauf der Studie?

Vor Beginn der Studie wird in einer Voruntersuchungsphase geprüft, ob die Patientinnen nach Abschluss einer platinbasierten Chemotherapie für die Teilnahme geeignet sind.

Anschließend werden geeignete Patientinnen zufällig im Verhältnis 1:1 einer von zwei Behandlungsgruppen zugeteilt. Dabei besteht eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit, Rina-S oder die Vergleichsbehandlung zu erhalten.

Gruppe 1 (Testgruppe)
– Rina-S als Infusion, einmal alle drei Wochen entweder mit oder ohne Bevacizumab (ob Rina-S allein oder zusammen mit Bevacizumab gegeben wird, hängt u.a. von der vorangegangenen Therapie ab).

Gruppe 2 (Kontrollgruppe)
– Standardbehandlung bestehend aus Bevacizumab als Infusion oder eine alleinige Beobachtung ohne medikamentöse Erhaltungstherapie.

Während der Studie finden regelmäßig Untersuchungen statt, darunter Blutuntersuchungen und bildgebende Untersuchungen.
Damit wird überprüft, wie die Erkrankung auf die Behandlung anspricht und wie gut die Behandlung vertragen wird.

Die Behandlung wird fortgesetzt, bis die Erkrankung fortschreitet, nicht akzeptable Nebenwirkungen auftreten oder die Therapie aus anderen Gründen beendet wird. Auch nach Beendigung der Behandlung werden die Teilnehmerinnen weiter nachbeobachtet.

Gibt es Risiken?

Über mögliche Risiken bzw. Nebenwirkungen, die mit der Teilnahme verbunden sind, werden Sie im Rahmen eines Aufklärungsgesprächs informiert.

Teilnahmevoraussetzungen

An dieser Studie können Frauen im Alter ab 18 Jahren teilnehmen, mit:

  • Einer bestätigten Diagnose eines hochgradigen (high-grade) epithelialen Eierstockkrebses (Histologie: serös oder endometrioid)
  • Einem Fortschreiten oder Wiederauftreten der Erkrankung nach mehr als 6 Monaten nach Abschluss einer ersten platinhaltigen Chemotherapie
  • Abschluss einer zweiten platinhaltigen Chemotherapie gegen den Rückfall, mit vollständigem oder teilweisem Rückgang der Erkrankung (oder stabile Erkrankung, wenn zusätzlich Bevacizumab gegeben wurde)
  • Bei Vorliegen einer BRCA-Mutation oder einer HRD-positiven Erkrankung, die nach der ersten platinhaltigen Chemotherapie vollständig oder teilweise auf die Behandlung angesprochen hat, muss außerdem bereits eine Erhaltungstherapie mit einem PARP-Inhibitor durchgeführt worden sein

Darüber hinaus gibt es aber auch noch weitere Kriterien, die für eine Teilnahme an der Studie erfüllt sein müssen. Interessierte Patientinnen sollten mit den Prüfärzt:innen an einem Studienzentrum sprechen, welche prüfen können, ob diese Studie für sie in Frage kommt.

Wo kann ich an der Studie teilnehmen?

Diese Studie wird durchgeführt von:

Langzeitüberleben nach Eierstockkrebs: Ergebnisse der EXPRESSION 6 Studie

Langzeitüberleben nach Eierstockkrebs: Junge Patientinnen haben häufig besondere Herausforderungen

Immer mehr Frauen leben viele Jahre nach einer Eierstockkrebsdiagnose. Doch auch wenn die Erkrankung bereits länger zurückliegt, können anhaltende Beschwerden und Belastungen den Alltag beeinflussen. Eine internationale Auswertung der NOGGO-Umfrage „EXPRESSION VI – Carolin meets HANNA“ hat untersucht, wie es jungen Erwachsenen geht, die mindestens fünf Jahre nach ihrer Eierstockkrebsdiagnose leben.

Für die Studie wurden insgesamt 1.833 Langzeitüberlebende befragt. Davon waren 62 Frauen zum Zeitpunkt der Befragung zwischen 18 und 40 Jahre alt. Die Ergebnisse zeigen, dass auch bei jungen Frauen langfristige Nebenwirkungen häufig sind. Besonders oft berichteten sie über Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen, Verstopfung und Übelkeit. Auch depressive Beschwerden, Lymphödeme und Konzentrationsprobleme traten bei ihnen häufiger auf als bei älteren Langzeitüberlebenden.

Neben den körperlichen Folgen spielen auch die Lebensumstände eine wichtige Rolle. Jüngere Frauen berichteten häufiger von Belastungen im Zusammenhang mit Versicherungen und Finanzen, Beruf oder Ausbildung, Kinderbetreuung sowie Sorgen und Traurigkeit. Eine Krebserkrankung kann in dieser Lebensphase besonders weitreichende Auswirkungen haben, da sie häufig mit wichtigen Entscheidungen zur beruflichen und familiären Zukunft zusammenfällt.

Die Ergebnisse machen deutlich, dass eine erfolgreiche Krebsbehandlung nicht allein daran gemessen werden sollte, wie lange eine Patientin lebt. Ebenso wichtig ist, wie gut sie sich langfristig fühlt und ihren Alltag bewältigen kann. Die Nachsorge sollte deshalb nicht nur körperliche Beschwerden berücksichtigen, sondern auch psychische Belastungen, finanzielle Sorgen, berufliche Herausforderungen und Fragen zur Familienplanung oder Sexualität.

Die Umfrage zeigt außerdem, dass viele junge Langzeitüberlebende an weiteren Untersuchungen zum Leben nach einer Krebserkrankung interessiert sind. Dieses Interesse bietet die Chance, ihre Erfahrungen stärker in die Forschung einzubeziehen und die Nachsorge gezielter an ihren Bedürfnissen auszurichten.

Was bedeutet das für Patientinnen?

Auch viele Jahre nach einer Eierstockkrebsdiagnose können Beschwerden bestehen bleiben, selbst wenn die Erkrankung erfolgreich behandelt wurde. Betroffene sollten deshalb anhaltende Symptome und psychische Belastungen bei ihren Nachsorgeterminen ansprechen. Je nach Bedarf können beispielsweise psychoonkologische Unterstützung, Physiotherapie oder Lymphtherapie sowie Ernährungsberatung hilfreich sein. Ziel ist es, die Lebensqualität langfristig zu verbessern und Patientinnen dabei zu unterstützen, möglichst gut mit den Folgen ihrer Erkrankung zu leben.

Genau hier setzt auch die Survivorship-Sprechstunde der Charité in Berlin an.

 

Quelle: Publikation (die Publikation ist auf Englisch)

ENGOT-OV85 / TROFUSE-021

ENGOT-OV85 / TROFUSE-021

THERAPIESTUDIE ZUR UNTERSUCHUNG VON SACITUZUMAB TIRUMOTECAN ALS ERHALTUNGSTHERAPIE IM VERGLEICH ZUR STANDARDTHERAPIE BEI PATIENTINNEN  MIT NEU DIAGNOSTIZIERTEM FORTGESCHRITTENEM EIERSTOCKKREBS

Die TroFuse-021 ist eine internationale, randomisierte (die Zuordnung in einen der Behandlungsarme erfolgt zufällig) Phase-3-Studie, welche eine neue Erhaltungstherapie für Patientinnen mit fortgeschrittenem Eierstockkrebs, Eileiterkrebs oder Bauchfellkrebs untersucht, deren Tumor keine sogenannte HRD-Positivität aufweist. Nach einer ersten Behandlung mit platinbasierter Erstlinien-Chemotherapie wird das neue Medikament Sacituzumab Tirumotecan (kurz: Sac-TMT) mit oder ohne Bevacizumab mit der derzeitigen Standardbehandlung verglichen. Ziel der Studie ist es herauszufinden, ob die neue Behandlung das Fortschreiten der Erkrankung länger verhindern kann.

Was wird in dieser Studie untersucht?

Eierstockkrebs wird häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Die Standardbehandlung besteht dann meist aus einer Operation und einer anschließenden platinbasierten Chemotherapie. Auch wenn die Erkrankung zunächst gut auf diese Behandlung anspricht, kann der Krebs später erneut auftreten. Deshalb erhalten viele Patientinnen nach Abschluss der Chemotherapie eine sogenannte Erhaltungstherapie. Diese soll helfen, das Tumorwachstum möglichst lange zu kontrollieren und einen Rückfall hinauszuzögern.

Bei Patientinnen mit einer sogenannten HRD-positiven Erkrankung stehen bereits gezielte Medikamente wie PARP-Inhibitoren für die Erhaltungstherapie zur Verfügung. HRD steht für „Homologe Rekombinationsdefizienz“. Dabei handelt es sich um eine Störung eines wichtigen Reparatursystems der Zelle, mit dem Schäden im Erbgut normalerweise repariert werden. Tumoren mit HRD reagieren häufig besonders gut auf bestimmte zielgerichtete Therapien, wie PARP-Inhibitoren. Für Tumore ohne HRD-Nachweis (HRP = HR proficient) sind die Behandlungsmöglichkeiten dagegen begrenzter.

In dieser Studie wird das Medikament Sacituzumab Tirumotecan (Sac-TMT) untersucht. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC). Diese moderne Therapieform kombiniert einen Antikörper mit einem Zellgift. Der Antikörper erkennt bestimmte Strukturen auf der Oberfläche von Krebszellen und transportiert das Zellgift gezielt in die Tumorzelle, wo diese geschädigt oder zerstört werden soll.

Zusätzlich kann in beiden Studienarmen das Medikament Bevacizumab eingesetzt werden. Bevacizumab ist eine zielgerichtete Therapie, die die Bildung neuer Blutgefäße im Tumor hemmt. Dadurch soll die Versorgung des Tumors mit Sauerstoff und Nährstoffen eingeschränkt und das Tumorwachstum verlangsamt werden.

Was ist das Ziel der Studie?

Das Hauptziel der Studie ist es zu untersuchen, ob eine Erhaltungstherapie mit Sac-TMT mit oder ohne Bevacizumab das Fortschreiten der Erkrankung länger verhindern kann als die derzeitige Standardbehandlung.

Darüber hinaus wird untersucht, ob sich die neue Behandlung auf das Gesamtüberleben, die Lebensqualität und die Verträglichkeit der Therapie auswirkt. Außerdem werden mögliche Nebenwirkungen und die Sicherheit der Behandlung genau erfasst.

Wie ist der Ablauf der Studie?

Nach Abschluss der Erstlinien-Chemotherapie werden die Patientinnen per Zufallsprinzip einer von zwei Gruppen zugeteilt:

Gruppe 1
– Sacituzumab Tirumotecan, intravenös an Tag 1, 15 und 29 eines jeden 6-Wochen-Zyklus

 Zusätzlich kann nach Entscheidung der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes Bevacizumab alle 3 Wochen gegeben werden.

Gruppe 2
–  Standardtherapie, bestehend aus einer Erhaltungstherapie mit Bevacizumab (Gabe alle 3 Wochen) oder aus einer engmaschigen Beobachtung ohne weitere aktive Behandlung.

Die Therapie wird fortgesetzt, solange die Erkrankung nicht fortschreitet und keine unzumutbaren Nebenwirkungen auftreten.

Während der Studie finden regelmäßig Untersuchungen statt, um den Gesundheitszustand, mögliche Nebenwirkungen und die Wirkung der Behandlung zu beurteilen. Zusätzlich werden Fragebögen zur Lebensqualität erhoben.

Gibt es Risiken?

Über mögliche Risiken bzw. Nebenwirkungen, die mit der Teilnahme verbunden sind, werden Sie im Rahmen eines Aufklärungsgesprächs von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin informiert.

Teilnahmevoraussetzungen

An dieser Studie können Frauen im Alter ab 18 Jahren teilnehmen, mit:

  • Diagnose eines epithelialem Eierstock-, Eileiter- oder primärem Bauchfellkrebs verschiedener Histologien
  • Einem Nachweis, dass der Tumor HRP ist (zentrale Testung innerhalb der Studie)
  • Abgeschlossener platinbasierter Erstlinien-Chemotherapie, mit einem Ansprechen in Form von stabiler Erkrankung, partiellem Ansprechen, vollständigem Ansprechen oder keinem Anzeichen einer Erkrankung

Darüber hinaus gibt es aber auch noch weitere Kriterien, die für eine Teilnahme an der Studie erfüllt sein müssen. Interessierte Patientinnen sollten mit den Prüfärzt:innen an einem Studienzentrum sprechen, welche prüfen können, ob diese Studie für sie in Frage kommt.

Wo kann ich an der Studie teilnehmen?

Weitere Informationen zur Studie und zur Teilnahem finden Sie hier: Studienregister (die Seite ist auf Englisch)

Diese Studie wird durchgeführt von:

Neue Ergebnisse aus der EXPRESSION-Reihe: Patientinnenperspektiven im Mittelpunkt

Neue Ergebnisse aus der EXPRESSION-Reihe: Patientinnenperspektiven im Mittelpunkt

Mit der EXPRESSION-Reihe untersucht die NOGGO seit mehreren Jahren die Erfahrungen, Bedürfnisse und Wahrnehmungen von Patientinnen mit gynäkologischen Krebserkrankungen und Brustkrebs. Zwei aktuelle Publikationen zeigen erneut, wie wichtig die Sichtweise der Patientinnen für eine gute medizinische Versorgung ist.

EXPRESSION VIII: Informationsstand bei Borderline-Tumoren des Ovars

Borderline-Tumore des Ovars sind seltene Tumore, die sich von Eierstockkrebs unterscheiden und in der Regel eine sehr gute Prognose haben. Dennoch bestehen bei vielen betroffenen Patientinnen Unsicherheiten darüber, an welcher Erkrankung sie tatsächlich leiden und wie diese behandelt wird. Die finale Auswertung der EXPRESSION-VIII-Umfrage untersuchte deshalb, wie gut Patientinnen über ihre Erkrankung, die Behandlung und die Prognose informiert sind.

Insgesamt nahmen 286 Patientinnen mit Borderline-Tumoren an der Befragung teil. Die Ärztin oder der Arzt war für 81 % der Patientinnen die wichtigste Informationsquelle, und die Qualität der erhaltenen Informationen wurde mit durchschnittlich 8,6 von 10 Punkten sehr positiv bewertet. Trotzdem zeigten sich deutliche Wissenslücken: 29 % der Patientinnen gingen davon aus, an Eierstockkrebs erkrankt zu sein, obwohl ein Borderline-Tumor eine eigene Tumorerkrankung darstellt. Zudem wussten 64 % der Befragten nicht, welchem Tumorstadium ihre Erkrankung zugeordnet wurde. Auch die Einschätzung der Schwere der Erkrankung und des Rückfall- oder Sterberisikos fiel teilweise höher aus, als es die in der Regel sehr gute Prognose von Borderline-Tumoren erwarten lässt.

Die Ergebnisse machen deutlich, dass auch bei grundsätzlich guter ärztlicher Aufklärung Missverständnisse bestehen bleiben können. Eine strukturierte und verständliche Information über die Besonderheiten, die meist gute Prognose und die Behandlung von Borderline-Tumoren könnte dazu beitragen, Ängste und Fehlvorstellungen zu reduzieren. Gleichzeitig sprechen die Ergebnisse dafür, die Behandlung und Nachsorge dieser seltenen Erkrankungen möglichst in erfahrenen Zentren zu bündeln.

EXPRESSION XIII: Krebsversorgung während der COVID-19-Pandemie

Die EXPRESSION-XIII-Umfrage beschäftigte sich mit einer ganz anderen außergewöhnlichen Situation: Wie haben Patientinnen mit gynäkologischen Krebserkrankungen und Brustkrebs die Veränderungen der medizinischen Versorgung während der COVID-19-Pandemie erlebt? Zwischen Oktober 2020 und Februar 2022 wurden dazu an gynäkologisch-onkologischen Zentren in Deutschland insgesamt 778 Patientinnen ausgewertet.

Dabei zeigte sich, dass die Krebsversorgung trotz der großen Belastung des Gesundheitssystems weitgehend stabil blieb. Bei 77,1 % der Patientinnen blieb der Behandlungsplan unverändert, während bei 9 % Änderungen der Behandlung oder Termine angegeben wurden. Auch das Vertrauen in das Gesundheitssystem blieb insgesamt hoch: 83,4 % der Patientinnen gaben an, weiterhin Vertrauen in das Gesundheitssystem zu haben.

Deutlich stärker als die medizinische Versorgung war jedoch die psychische Belastung. Mehr als die Hälfte der Patientinnen berichtete während der Pandemie über Sorgen oder Ängste. Besonders jüngere Patientinnen waren von zusätzlichen Belastungen im Alltag betroffen, beispielsweise im Zusammenhang mit Arbeit, Schule oder Kinderbetreuung. Gleichzeitig war die Bereitschaft zu Schutzmaßnahmen hoch: 85,9 % der Befragten gaben an, sich gegen COVID-19 impfen lassen zu wollen.

Die Ergebnisse zeigen, dass eine gute Krebsversorgung auch in Krisenzeiten aufrechterhalten werden kann. Gleichzeitig machen sie deutlich, dass die psychische Unterstützung von Patientinnen stärker berücksichtigt werden sollte. Angebote wie psychoonkologische Unterstützung sowie Telefon- oder Videosprechstunden könnten dabei zukünftig eine wichtige Ergänzung darstellen.

Was zeigen die beiden Studien gemeinsam?

Ob es um die Aufklärung über eine seltene Tumorerkrankung oder um die Versorgung während einer weltweiten Krise geht: Die Perspektive der Patientinnen liefert wichtige Erkenntnisse, die durch medizinische Daten allein nicht sichtbar werden. Die EXPRESSION-Reihe trägt dazu bei, diese Erfahrungen systematisch zu erfassen und daraus Ansatzpunkte für eine verständlichere Information, eine bessere Kommunikation und eine patientenorientierte Versorgung abzuleiten.

Quelle: Expression 8 und Expression 13 (die Publikationen sind auf Englisch)

NEWTON-Studie: Individuell angepasste Niraparib-Dosis kann Blutbildveränderungen reduzieren

NEWTON-Studie: Individuell angepasste Niraparib-Dosis kann Blutbildveränderungen reduzieren

Bei der Erhaltungstherapie mit dem PARP-Inhibitor Niraparib können Nebenwirkungen auftreten, insbesondere eine Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie). Die Phase-II-Studie NEWTON (ENGOT-ov49) untersuchte deshalb, ob eine an das Körpergewicht und die Anzahl der Blutplättchen angepasste Dosierung die Verträglichkeit verbessern kann.

In der Studie wurde die Anfangsdosis von Niraparib abhängig vom Körpergewicht und der Ausgangszahl der Blutplättchen festgelegt. Patientinnen mit einem geringeren Körpergewicht oder einer niedrigeren Blutplättchenzahl erhielten zunächst 200 mg täglich. Wenn in den ersten drei Behandlungszyklen keine relevanten Veränderungen des Blutbildes auftraten, konnte die Dosis ab dem vierten Zyklus auf 300 mg erhöht werden. Patientinnen mit höherem Körpergewicht und ausreichender Blutplättchenzahl starteten dagegen mit 300 mg täglich.

Das Ergebnis: Schwere Thrombozytopenien traten bei der individuell angepassten Dosierung deutlich seltener auf. In dem randomisierten Vergleich entwickelten 4,2 % der Patientinnen unter der angepassten Dosierung eine schwere Thrombozytopenie, verglichen mit 41,7 % unter der Standarddosis von 300 mg täglich. Gleichzeitig zeigte sich kein deutlicher Hinweis darauf, dass die niedrigere Anfangsdosis die Wirksamkeit der Behandlung vermindert. Das mediane progressionsfreie Überleben lag bei 10,3 Monaten unter der angepassten Dosierung und bei 11,7 Monaten unter der Standarddosierung.

Damit liefert die NEWTON-Studie Hinweise darauf, dass eine individuell angepasste Niraparib-Dosierung die Behandlung verträglicher machen kann, ohne dass dabei ein offensichtlicher Verlust der Wirksamkeit festgestellt wurde. Wichtig ist jedoch, dass die Studie mit insgesamt 83 Patientinnen relativ klein war und die Untersuchung vor allem auf die Sicherheit und nicht auf einen direkten Nachweis einer gleichwertigen Wirksamkeit ausgerichtet war. Die Ergebnisse müssen daher im Zusammenhang mit weiteren Daten bewertet werden.

Was bedeutet das für Patientinnen?
Die Ergebnisse zeigen, dass bei der Behandlung mit Niraparib eine individuelle Anpassung der Dosis sinnvoll sein kann. Körpergewicht und Blutplättchenzahl können dabei helfen, das Risiko für bestimmte Nebenwirkungen bereits zu Beginn der Behandlung einzuschätzen. Eine Dosierung sollte jedoch immer individuell durch das behandelnde Ärzteteam festgelegt und anhand der Blutwerte während der Therapie überprüft werden.

 

Quelle: Publikation (die Seite ist auf Englisch)

Neue Erkenntnisse vom ASCO 2026

Im Rahmen des NOGGO-Updates Gynäkologische Onkologie wurden die wichtigsten Studien zum diesjährigen ASCO-Kongress vorgestellt. Für Patientinnen mit fortgeschrittenem Eierstockkrebs standen vor allem die optimale Behandlungsstrategie sowie neue zielgerichtete und zellbasierte Therapien im Mittelpunkt.

Primäre Behandlung: Die Operation bleibt der wichtigste Baustein

Die Ergebnisse der TRUST-Studie bestätigen den bisherigen Behandlungsstandard. Untersucht wurde, ob Patientinnen, die zunächst nicht operiert werden können, von sechs statt drei Chemotherapiezyklen vor einer Operation profitieren.

Die Studie zeigte jedoch keinen Vorteil durch eine längere Chemotherapie vor dem Eingriff. Weder die Wahrscheinlichkeit einer vollständigen Tumorentfernung noch das progressionsfreie oder das Gesamtüberleben konnten dadurch verbessert werden.

Die Schlussfolgerung der Expertinnen und Experten lautet daher: Wenn nach drei Chemotherapiezyklen keine erfolgreiche Operation möglich erscheint, sollte der Schwerpunkt auf der medikamentösen Behandlung liegen. Eine erneute Operationsplanung nach sechs Zyklen brachte keinen zusätzlichen Nutzen.

Die aktuellen Leitlinien bleiben damit unverändert: Wenn eine vollständige Entfernung des Tumors mit vertretbarem Risiko möglich ist, sollte weiterhin eine Primäroperation, gefolgt von einer Systemtherapie, angestrebt werden.

Platinresistenter Eierstockkrebs: Hoffnung durch neue zielgerichtete Therapien

Vielversprechende Ergebnisse zeigte die NAPISTAR-1-01-Studie, in der das neue Antikörper-Wirkstoff-Konjugat TUB-040 untersucht wurde. Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADCs) erkennen gezielt Krebszellen und transportieren ein Zellgift direkt in die Tumorzellen.

Obwohl es sich noch um eine frühe Phase-1-Studie handelt, lag das progressionsfreie Überleben bei rund 11 Monaten, ein ermutigendes Ergebnis für Patientinnen mit platinresistentem Eierstockkrebs, bei denen die bisherigen Behandlungsmöglichkeiten oft nur deutlich kürzere Krankheitskontrollen ermöglichen. Besonders positiv war außerdem, dass keine Augentoxizitäten beobachtet wurden, die bei anderen ADC-Therapien häufiger auftreten können.

Neue Immuntherapie: T-Zell-Therapie zeigt erste Erfolge

Eine weitere Phase-1-Studie untersuchte die T-Zell-Therapie IMA203CD8 bei Patientinnen mit weit fortgeschrittenem Eierstockkrebs, die bereits mehrere Therapien erhalten hatten.

Bei dieser Behandlungsform werden körpereigene Immunzellen gezielt darauf vorbereitet, ein bestimmtes Protein auf den Tumorzellen (PRAME) zu erkennen und anzugreifen.

Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend: Bei 78 % der Patientinnen verkleinerte sich der Tumor, und bei 63 % wurde ein objektives Ansprechen der Therapie beobachtet. Zudem hielten viele der erzielten Therapieerfolge über längere Zeit an, die bislang längste beobachtete vollständige Stoffwechselremission bestand auch zwölf Monate nach der Behandlung noch. Die Therapie wurde insgesamt gut vertragen.

Da es sich auch hierbei um eine frühe klinische Studie handelt, sind weitere Untersuchungen notwendig, bevor diese Behandlung im klinischen Alltag eingesetzt werden kann.

Kurzfassungen der vorgestellten Studien sind direkt auf der Seite vom ASCO zu finden (die Seite ist auf Englisch).

In den kommenden Tagen findet ihr aber auch kurze Videos zu den Highlights des ASCO auf unseren Social Media Kanälen!

FRAmework-01 Studie

FRAmework-01 STUDIE

THERAPIESTUDIE ZUR BEWERTUNG DER WIRKSAMKEIT UND SICHERHEIT DES NEUEN MEDIKAMENTS SOFETABART MIPITECAN BEI PATIENT:INNEN MIT HIGH-GRADE EIERSTOCKKREBS

Die FRAmework-01 ist eine offene, randomisierte (zufällige Zuteilung zu einem Behandlungsarm), internationale Phase-III-Studie. In der Studie wird das neue Medikament Sofetabart Mipitecan (Sofe-M) mit den derzeitigen Standardbehandlungen bei Patientinnen mit Eierstockkrebs, Eileiterkrebs oder primärem Bauchfellkrebs verglichen. Die Studie umfasst drei Teilstudien und richtet sich sowohl an Patientinnen mit platinresistentem als auch mit platinsensitivem Krankheitsrückfall (Rezidiv).

Teilnahme:

Weitere Informationen zur Studie und Zentren, an denen eine Teilnahme möglich ist sind auf der Studienhomepage zu finden: https://trials.lilly.com/en-US/trial/660615

PYNNACLE-Studie

PYNNACLE-STUDIE

THERAPIESTUDIE ZUR BEWERTUNG DER WIRKSAMKEIT UND SICHERHEIT DES NEUEN WIRKSTOFFS REZATAPOPT BEI PATIENT:INNEN MIT LOKAL FORTGESCHRITTENEN ODER METASTASIERTEN SOLIDEN TUMOREN

Die Kohorte für Patientinnen mit Platin-resistentem Eierstockkrebs ist aktuell vollständig rekrutiert.

Die PYNNACLE-Studie ist eine klinische Phase-1/2-Studie, in der ein neues Medikament namens Rezatapopt untersucht wird. Die Studie richtet sich an Patient:innen mit verschiedenen fortgeschrittenen oder metastasierten Krebsarten (z. B. Eierstock-, Brust-, Lungen- oder Endometriumkrebs), deren Tumor eine bestimmte genetische Veränderung aufweist, die sogenannte TP53-Y220C-Mutation. Ziel ist es, herauszufinden, wie sicher und wirksam Rezatapopt ist und welche Dosis am besten geeignet ist.

Teilnahme:

Weitere Informationen zur Studie und Zentren, an denen eine Teilnahme möglich ist sind auf der Studienhomepage zu finden: https://www.pynnaclestudy.com/

TUBA-WISP-II (Präventionsstudie)

TUBA-WISP-II Studie

INTERNATIONALE STUDIE ZUR PRÄVENTIVEN, OPERATIVEN ENTFERNUNG DER EILEITER UND EIERSTÖCKE BEI FRAUEN MIT BRCA-MUTATION ZUR REDUKTION DES RISIKOS FÜR EIERSTOCKKREBS

Die TUBA-WISP II ist eine internationale Studie zur Untersuchung einer neuen Möglichkeit der Vorbeugung von Eierstockkrebs bei Frauen mit einer erblichen Genveränderung, die das Risiko für Eierstockkrebs erhöht (z. B. BRCA1- oder BRCA2-Mutation). Dabei wird verglichen, ob zunächst nur die Eileiter entfernt und die Eierstöcke erst einige Jahre später entfernt werden können, ohne das Krebsrisiko deutlich zu erhöhen. Ziel ist es, die Folgen der vorzeitigen Wechseljahre möglichst hinauszuzögern und gleichzeitig weiterhin einen guten Schutz vor Eierstockkrebs zu bieten.

Was wird in dieser Studie untersucht?

Frauen mit Veränderungen in bestimmten Genen wie z. B. BRCA1 oder BRCA2 (BReast CAncer 1/ 2) haben ein deutlich erhöhtes Risiko, im Laufe ihres Lebens an Eierstockkrebs zu erkranken. BRCA1 und BRCA2 sind Gene, die normalerweise dabei helfen, Schäden im Erbgut zu reparieren. Veränderungen (Mutationen) in diesen Genen können das Risiko für Brust- und Eierstockkrebs erhöhen. Deshalb wird aktuell häufig eine vorbeugende Operation empfohlen, bei der sowohl die Eileiter als auch die Eierstöcke entfernt werden. Diese Operation wird als risikoreduzierende Salpingo-Oophorektomie bezeichnet.

Diese Behandlung senkt das Risiko für Eierstockkrebs wirksam, führt jedoch bei jüngeren Frauen sofort zu den Wechseljahren. Dadurch können Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, sexuelle Beschwerden oder langfristige Auswirkungen auf Knochen, Herz-Kreislauf-System und Lebensqualität auftreten.

Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse deuten darauf hin, dass viele aggressive Formen des Eierstockkrebses möglicherweise ursprünglich im äußeren Bereich der Eileiter entstehen. Deshalb wird untersucht, ob zunächst nur die Eileiter entfernt werden können und die Eierstöcke erst einige Jahre später folgen.

Neben Frauen mit BRCA1- oder BRCA2-Mutation können auch Frauen mit anderen genetischen Veränderungen teilnehmen, die mit einem erhöhten Risiko für Eierstockkrebs verbunden sind, beispielsweise BRIP1, RAD51C, RAD51D oder PALB2.

Was ist das Ziel der Studie?

Das Hauptziel der Studie ist es zu untersuchen, ob die zweizeitige Operationsmethode genauso sicher vor Eierstockkrebs schützt wie die bisherige Standardoperation.

Zusätzlich soll geprüft werden, ob sich die Lebensqualität verbessert, ob die Beschwerden der vorzeitigen Wechseljahre reduziert werden können und welche langfristigen Auswirkungen die neue Strategie auf die Gesundheit der Patientinnen hat. Die Forscher:innen möchten so herausfinden, ob die verzögerte Entfernung der Eierstöcke eine sichere Alternative zur bisherigen Standardbehandlung sein kann.

Wie ist der Ablauf der Studie?

Frauen, die an der Studie teilnehmen, erhalten entweder die bisherige Standardbehandlung oder die neue zweizeitige Operationsstrategie.

Bei der neuen Methode werden zunächst nur die Eileiter entfernt. Die Entfernung der Eierstöcke erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt:

  • bei BRCA1-Mutationen meist zwischen dem 40. und 45. Lebensjahr
  • bei BRCA2-Mutationen meist zwischen dem 45. und 50. Lebensjahr

Die Eingriffe erfolgen als Bauchspiegelung (Laparoskopie). Bei der zweizeitigen Strategie sind daher zwei Operationen notwendig.

Im Rahmen der Studie werden außerdem regelmäßig Fragebögen ausgefüllt und medizinische Daten dokumentiert, um die langfristigen Auswirkungen auf Gesundheit und Lebensqualität zu untersuchen. Die Patientinnen werden über viele Jahre begleitet, damit bewertet werden kann, wie sicher die neue Methode im Vergleich zur bisherigen Standardbehandlung ist.

Gibt es Risiken?

Über mögliche Risiken bzw. Nebenwirkungen, die mit der Teilnahme verbunden sind, werden Sie im Rahmen eines Aufklärungsgesprächs informiert.

Teilnahmevoraussetzungen

An dieser Studie können Frauen im Alter ab 25 Jahren, die noch vor der Menopause sind teilnehmen, mit:

  • Klasse 4 oder Klasse 6  BRCA1-, BRCA2-, BRIP1-, RAD51C-, RAD51D- oder PALB2-Keimbahnmutation
  • Altersbegrenzung:
  • BRCA1 Mutation: bis 40 Jahre
  • BRCA2 Mutation: bis 45 Jahre
  • BRIP1, RAD51C, RAD51D, PALB2 Mutation: bis 50 Jahre
  • Abgeschlossener Familienplanung
  • Mindestens einem vorhandenen Eileiter

Darüber hinaus gibt es aber auch noch weitere Kriterien, die für eine Teilnahme an der Studie erfüllt sein müssen. Interessierte Patientinnen sollten mit den Prüfärzt:innen an einem Studienzentrum sprechen, welche prüfen können, ob diese Studie für sie in Frage kommt.

Wo kann ich an der Studie teilnehmen?

Weitere Informationen zur Studie und zur Teilnahem finden Sie hier: Studienhomepage

Diese Studie wird durchgeführt und unterstützt von: