Langzeitüberleben nach Eierstockkrebs: Ergebnisse der EXPRESSION 6 Studie

Langzeitüberleben nach Eierstockkrebs: Junge Patientinnen haben häufig besondere Herausforderungen

Immer mehr Frauen leben viele Jahre nach einer Eierstockkrebsdiagnose. Doch auch wenn die Erkrankung bereits länger zurückliegt, können anhaltende Beschwerden und Belastungen den Alltag beeinflussen. Eine internationale Auswertung der NOGGO-Umfrage „EXPRESSION VI – Carolin meets HANNA“ hat untersucht, wie es jungen Erwachsenen geht, die mindestens fünf Jahre nach ihrer Eierstockkrebsdiagnose leben.

Für die Studie wurden insgesamt 1.833 Langzeitüberlebende befragt. Davon waren 62 Frauen zum Zeitpunkt der Befragung zwischen 18 und 40 Jahre alt. Die Ergebnisse zeigen, dass auch bei jungen Frauen langfristige Nebenwirkungen häufig sind. Besonders oft berichteten sie über Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen, Verstopfung und Übelkeit. Auch depressive Beschwerden, Lymphödeme und Konzentrationsprobleme traten bei ihnen häufiger auf als bei älteren Langzeitüberlebenden.

Neben den körperlichen Folgen spielen auch die Lebensumstände eine wichtige Rolle. Jüngere Frauen berichteten häufiger von Belastungen im Zusammenhang mit Versicherungen und Finanzen, Beruf oder Ausbildung, Kinderbetreuung sowie Sorgen und Traurigkeit. Eine Krebserkrankung kann in dieser Lebensphase besonders weitreichende Auswirkungen haben, da sie häufig mit wichtigen Entscheidungen zur beruflichen und familiären Zukunft zusammenfällt.

Die Ergebnisse machen deutlich, dass eine erfolgreiche Krebsbehandlung nicht allein daran gemessen werden sollte, wie lange eine Patientin lebt. Ebenso wichtig ist, wie gut sie sich langfristig fühlt und ihren Alltag bewältigen kann. Die Nachsorge sollte deshalb nicht nur körperliche Beschwerden berücksichtigen, sondern auch psychische Belastungen, finanzielle Sorgen, berufliche Herausforderungen und Fragen zur Familienplanung oder Sexualität.

Die Umfrage zeigt außerdem, dass viele junge Langzeitüberlebende an weiteren Untersuchungen zum Leben nach einer Krebserkrankung interessiert sind. Dieses Interesse bietet die Chance, ihre Erfahrungen stärker in die Forschung einzubeziehen und die Nachsorge gezielter an ihren Bedürfnissen auszurichten.

Was bedeutet das für Patientinnen?

Auch viele Jahre nach einer Eierstockkrebsdiagnose können Beschwerden bestehen bleiben, selbst wenn die Erkrankung erfolgreich behandelt wurde. Betroffene sollten deshalb anhaltende Symptome und psychische Belastungen bei ihren Nachsorgeterminen ansprechen. Je nach Bedarf können beispielsweise psychoonkologische Unterstützung, Physiotherapie oder Lymphtherapie sowie Ernährungsberatung hilfreich sein. Ziel ist es, die Lebensqualität langfristig zu verbessern und Patientinnen dabei zu unterstützen, möglichst gut mit den Folgen ihrer Erkrankung zu leben.

Genau hier setzt auch die Survivorship-Sprechstunde der Charité in Berlin an.

 

Quelle: Publikation (die Publikation ist auf Englisch)